Der Teilabdruck in der Anthologie von 2010 zeigt, dass Trotzki seine Ideen zum Terror in dieser Form später so nicht wiederholte, sich aber auch nicht von seiner Haltung im Bürgerkrieg distanzierte. Sein Hang zur Rechthaberei wird darin offensichtlich. Trotzkis entsprang, sondern eine Folge des barbarischen Ersten Weltkrieges war. Gerade eine Textsammlung wie Denkzettel macht deutlich, dass Trotzki einer der vielseitigsten, eigenwilligsten, begabtesten, aber auch schillerndsten Revolutionäre des 20. Jahrhunderts war, eine charismatische Persönlichkeit. Viele seiner Gedanken weisen weit über die damalige Zeit hinaus, andere zeigen seinen Dogmatismus. Der Vorteil dieses Auswahlbandes liegt darin, dass dort nicht nur Trotzkis marxistische Auffassungen von Theorie und Politik nachzulesen sind, sondern auch seine Überlegungen zur Moral oder Gedanken zur Literatur. jährigen Erfahrungen seit der Ermordung Trotzkis in anderem Licht erscheinen.
stehen Sätze, die erschrecken. wird der Mensch sich selbst in Arbeit nehmen, in den Mörser, in die Retorte des Chemikers. Die Menschheit wird zum ersten Male sich selbst als Rohmaterial, bestenfalls als physisches und psychisches Halbmaterial betrachten. Auswahl schon vor sechs Jahren abgedruckt und für Denkzettel erneut ausgewählt. Der durchschnittliche Menschentyp wird sich bis zum Niveau eines Aristoteles, Goethe und Marx erheben. zeitbedingt sind und nicht überbewertet werden sollten.
Auch Trotzki eignet sich nicht als Kultfigur. Einerseits sind verschiedene Texte Trotzkis beeindruckende kritische Analysen, zum Kapitalismus, insbesondere seine bestechenden Aussagen zum Faschismus. In seinen weltpolitischen Betrachtungen blieb Trotzki auf die Oktoberrevolution fixiert, hielt sie für beispielhaft für andere Länder, obwohl sie ein einmaliger Vorgang war. Trotzkis Ideen sind durch ihre Rahmenbedingungen, die Entwicklung der kommunistischen Bewegung, insbesondere in Russland, zu begreifen. Rogowin Trotzkismus, der im Oktober 2010 erschienen ist, nachdem er 1992 bereits in russischer Sprache publiziert worden war. Der 1998 verstorbene Autor hatte in vorhergehenden Bänden schon Untersuchungen zu Stalinismus und Opposition vorgelegt.
Untersucht wird Trotzki in seiner Zeit, ebenso die Entstehung und Entwicklung des Trotzkismus. In diesem Zusammenhang sei auf die vom Autor angesprochene Frage verwiesen, wieso Trotzki, der seit 1917 immer nur in einem Atemzug mit Lenin genannt wurde, 1923 so rasch die Macht verlieren konnte. und damit zum raschen Aufstieg Stalins führten. Die alten Bolschewiki nutzten Trotzkis Streit mit Lenin bis zur Oktoberrevolution aus.
schien 1917 allerdings beendet. Während Lenin sich der Idee der permanenten Revolution von Trotzki angeschlossen hatte, bekannte sich dieser nunmehr zu den bolschewistischen Dogmen. In der Opposition gegen Stalin verharrte Trotzki fast unterwürfig bei seiner Gefolgschaft zu Lenin und blieb krampfhaft bei seinem Anspruch, der wahre Nachfolger Lenins zu sein. Das war zunächst nur ein strategischer Schritt, um aus der Außenseiterrolle herauszukommen.
auch bei der Gründung der IV. Biografie deutlich genug hervorgehoben, bleibt letztlich unerklärlich. Für den Trotzkismus ist dies ein Problem. union nur bis 1927.
Die weitere Geschichte des Trotzkismus bis 1939 hatte er bereits in einem längeren Teil seines Bandes Weltrevolution und Weltkrieg dargestellt. Außer ein paar Fachgelehrten und Sektierern liest niemand mehr Stalins Schriften oder die von Mao Zedong, keiner will sich mehr dieser Götzen erinnern. Trotzki aber lebt im Gedächtnis vieler Menschen fort als Revolutionär und Literat, als ein Mann der Feder und des Schwerts. Seine Autobiographie und seine Geschichte der russischen Revolution findet noch immer ihre Leser. Und sogar die IV. Solche Überlegungen lassen erkennen, dass die Vielzahl der Veröffentlichungen von und über Trotzki in jüngster Zeit nicht von ungefähr kommt. Das gilt auch für die Frage, Was ist der Trotzkismus?
die verschiedene Autoren in Broschüren versuchen zu beantworten. Anhänger David North zu einer streitbaren Verteidigung Leo Trotzkis veranlassten. Sein Buch wurde 2010 in englischer und deutscher Sprache veröffentlicht und macht deutlich, wie gegensätzlich Trotzki bis in unsere Tage bewertet wird. und die Bedeutung des Revolutionärs anzweifeln.
Trotzki nur in negativem Licht darzustellen. verdammt, aber auch von konservativer Seite generell abgelehnt. Biografie von Robert Service erfuhr zu Recht heftigen Widerspruch. angreift, aber selbst lediglich eine Schmähschrift vorlegt.
abqualifiziert, gleichzeitig in seiner Gegenschrift auch eine Fülle von sachlichen Fehlern nachgewiesen und eklatante Fehleinschätzungen benannt. Die Belege von Service sind oft unzuverlässig und schwer zugänglich. Manche der angegeben Quellen zeigen eher das Gegenteil der Behauptungen von Service. Biograf Bertrand Patenaude in The American Historical Review der Kritik von North angeschlossen.
Auch andere Historiker bezeichnen als Ziel der Arbeit von Service die Diskriminierung Trotzkis, wobei der Autor bedauerlicherweise vielfach auf Formeln zurückgreift, die aus der stalinistischen Propaganda bekannt sind. aus dem antisemitischen Lügensumpf übernimmt. umgegangen als nun mit Trotzki. Biografie von Bertrand Patenaude, im Dezember 2010 auch auf Deutsch erschienen, ist von ganz anderer Art.
Der Autor legt Fakten vor, schildert anhand neuer Quellen Trotzkis Leben und erstmals bis ins Detail dessen mexikanisches Exil. Inzwischen dient das Schicksal Trotzkis wieder einmal als Romanvorlage. Trotzki als Hauptfigur neben seinem Mörder Ramón Mercader vorgestellt.
Die Aktivitäten der Strömungen, die sich orthodox auf Trotzki berufen, kommen nicht nur in Darstellungen zu Trotzkis Theorie und Praxis zum Ausdruck, sondern ebenso in Lebensbeschreibungen führender trotzkistischer Funktionäre. einen der bedeutenden Trotzkisten der Zeit nach 1945. Das Werk von Jan Willem Stutje ist eine differenzierte Untersuchung des Lebens und Wirkens von Mandel in der trotzkistischen Bewegung Westeuropas.
Als radikaler Politiker der IV. Internationale war Mandel in deren Alltag eingebunden. Er wird mit seinen Hauptwerken Marxistische Wirtschaftstheorie und Spätkapitalismus vorgestellt, ebenso wird seine Haltung zum Ende des stalinistischen Kommunismus thematisiert. Dessen Zusammenbruch erfolgte völlig anders als Trotzki und mit ihm Mandel erwartet hatten. Statt eines Sieges der Arbeiterbewegung kam es in einer schwachen Demokratie zu einem rüden Kapitalismus und der Dominanz des Finanzkapitals.
Erfreulich für Mandel, dass sein Buch Trotzki als Alternative 1992 noch im Dietz Verlag publiziert wurde. Im größeren Maße als andere Abweichungen im Kommunismus ist die Thematik Trotzkismus untersucht, und die Forschungen gehen weiter. Dass die Motive unterschiedlich und die Ergebnisse konträr sind, kann dabei nicht überraschen. Hier sei nur auf Franz Pfemfert verwiesen, der am Ende der Weimarer Republik mit Trotzki verbunden war. Seine Zeitschrift Die Aktion war das bedeutsame literarische Organ des Expressionismus und Pfemfert nach 1919 als Ketzer im Kommunismus bekannt. Dessen harsche und oft sarkastische Angriffe gegen alle organisierten Strömungen der Arbeiterbewegung, insbesondere aber die radikale Ablehnung des Stalinismus, darüber hinaus sein Einsatz gegen den Krieg, sind seltener im Gespräch.
Sie hat fast alle antistalinistischen Werke Trotzkis übersetzt. Wie in der gesamten Arbeiterbewegung gab es auch im Anarchismus zahlreiche Richtungen. Ihr einheitliches Ziel war die Beendigung der Herrschaft von Menschen über Menschen, vor allem waren sie Gegner jeden Staates. Joseph Proudhon, Michail Bakunin, Peter Kropotkin, Gustav Landauer, Johann Most, voneinander abweichende Meinungen.
Der Anarchismus war vor allem in den romanischen Ländern verbreitet, gewann jedoch gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch weltweit Anhänger, etwa in den USA oder Russland. Die Literatur über seine verschiedenen Strömungen ist umfangreich. der zeigt, wie schwierig es ist, die vielfältigen Richtungen des Anarchismus zu beschreiben und damit auch zu unterscheiden. Ziel des Anarchismus ist die herrschaftsfreie Gesellschaft, die Anarchie. An die Stelle der Herrschaft von Menschen über Menschen tritt die Selbstorganisation der autonomen Persönlichkeiten, die ihre humanen Potentialitäten voll realisiert haben. Diese Gesellschaft ist nicht chaotisch, sondern nach dem Prinzip des Föderalismus organisiert.
bis in die Siebzigerjahre. Auf seine Arbeit kann hier verwiesen werden. Anarchisten nahmen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges und dann in der Weimarer Republik auf der linksradikalen Seite der Arbeiterbewegung einen festen Platz ein. Nach 1918 gab es Verbindungen zwischen Linkskommunisten, Syndikalisten und Anarchisten.
Die KPD bekämpfte vor allem die Anarchokommunisten. Sie befürchtete ideologische Überschneidungen zum ultralinken Flügel ihrer Partei. kaum etwas mit ihm zu tun.